Saint-Malo – Bretagne Städteporträts – Teil 1

Die im bretonischen Département Ille-et-Vilaine gelegene Stadt Saint-Malo ist heute einer der meistbesuchten Touristenorte in der Bretagne. Sie hat rund 52.700 Einwohner und verdankt ihre Popularität besonders dem historischen Stadtkern und ihrer Festungsanlage. Saint-Malo liegt direkt an der Côte d’Émeraude und der Flussmündung des Flusses Rance. Die historische Altstadt, welche rund ein Viertel der Gesamtfläche der Stadt ausmacht, wird zu drei Vierteln von Wasser umspült. Außerdem befindet sich das größte Gezeitenkraftwerk der Welt in unmittelbarer Nähe der Stadt an der Mündung der Rance.

Die Geschichte von Saint-Malo lässt sich bis früh in die Antike zurück datieren. Die erste Siedlung hieß Aleth und wurde während der römischen Besetzung Galliens gegründet. Im 6. Jahrhundert begann schließlich der walisische Mönch und spätere Namensgeber der Stadt Machutus mit der Missionierung der Einwohner. Aus seinem französischen Namen Maclou entwickelte sich die Kurzform Malo.

Mit der Zeit begann die Stadt zu wachsen und sich langsam auch aufs Festland auszudehnen. Erst mit Beginn des 12. Jahrhunderts mussten die Einwohner die erste ernst zu nehmende Gefahr für die Siedlung ins Auge fassen. So war die Küstenstadt verstärkt den Angriffen von Normannen ausgesetzt, was schließlich zu der Befestigung der nördlich gelegenen Halbinsel (heute: „Intra muros“) führte, die somit Schutz gegenüber den Angreifern bieten sollte. 1142 wurde dort auch die Kathedrale Saint-Vincent errichtet. Kurz darauf kam es auch zur Errichtung der teils heute noch zu sehenden Wehrmauer. Den Namen Saint-Malo erhielt die Stadt erst Ende des 12. Jahrhunderts.

Eine wirtschaftliche Blüte erlebte Saint-Malo im 16. Jahrhundert. Die Hafenstadt wurde zu einem Handelszentrum. Der Fischfang spielte eine wesentliche Rolle. Der Wohlstand wurde so groß, dass Saint-Malo im Jahr 1590 eine eigenständige Republik wurde. In den folgenden Jahrhunderten bröckelte die Ausnahmestellung jedoch. Spuren des einstigen Wohlstandes und Selbstbewusstseins lassen sich noch heute im Selbstbild der Einwohner erkennen. So lautet der Wahlspruch der Stadt „Ni Français, ni Breton, Malouin suis“. Zu deutsch: „Ich bin weder Franzose, noch Bretone, sondern Einwohner von Saint-Malo“.

Schließlich wurde die Stadt im Jahr 1944 von den Alliierten fast völlig zerstört. Nach dem Krieg erfolgte ein Wiederaufbau nach historischen Plänen. Diese Maßnahmen bildeten die Grundlage für den Ausbau des Tourismus.

Eine besondere Attraktion ist das historische Stadtzentrum, das von der alten Stadtmauer umgeben ist. Im Schloss von Saint-Malo ist das Stadtmuseum untergebracht.
Die gotische Kathedrale Saint-Vincent ist für Kunstverständige interessant, denn es gibt romanische Einflüsse, die den Bau zu einer interessanten Übergangsform des Epochenwechsels machen.

Saint-Malo liegt auf einer Halbinsel und die vorgelagerten Inseln können bei Ebbe zu Fuß besucht werden. Dafür verantwortlich ist ein Gezeitenunterschied von bis zu 12 Metern. Die Bewegung des Wassers ist ein Schauspiel, das jeden Tag beobachtet werden kann. Ein Besuch auf Petit Bé oder einer anderen Insel sollte allerdings nur mit fachkundiger Begleitung erfolgen.


Im „Grand Aquarium“ können die Besucher die verborgenen Unterwasserwelten näher kennen lernen. Das ist eine schöne Ergänzung zu den vielfältigen Aktivitäten vom Segeln bis zum Tauchen, die an der Küste möglich sind.

Links:
http:www.saint-malo-tourisme.com
http:www.ville-saint-malo.fr

Autoren: M. Adrian, T.Sick

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